Daniel Faust - DJ Autor Journalist

 



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Artikel im "Gäubote" erschienen

Als Ron Davis tourt er durch die Clubs


Oliver Kleih: Als DJ Ron Davis ein gefragter Plattenaufleger GB-Foto: gb

Den Haslacher Oliver Kleih kennen viele als "besten Herrenberger Schwimmer der 90er Jahre". So wurde der heute 34-Jährige jedenfalls einmal genannt. Doch momentan schwimmt der DiplomBetriebswirt auf einer ganz anderen (Erfolgs-)Welle: Kleih legt als DJ Ron Davis in den angesagten Clubs der Region Stuttgart auf.

 

Die Liebe zur Musik begann schon früh. "Schon als kleiner Junge habe ich zum Leidwesen meines Vaters an seiner Stereoanlage Musik gemacht", erzählt Oliver Kleih, der im Hauptberuf als Controller arbeitet. Seine ersten richtigen Musikeinflüsse bekam er Mitte der 80er. "Da gab es Duran Duran, die waren schon sehr elektronisch, und natürlich Depeche Mode und Kraftwerk."

Als "DJ K" gestartet, war ihm, als er 2002 deutlich bekannter wurde, der Künstlername nicht mehr "dynamisch genug". Letztendlich wurde aus einer Vermischung von prominenten Vor- und Nachnamen eine Top-Fünf-Liste gebildet. "Mein Freundeskreis hat dann Ron Davis gewählt", beschreibt er die Gründe für den Namenwechsel. Zu seinen Vorbildern gehört Sven Väth, ein bekannter Techno-DJ aus Frankfurt am Main. "Das ist das Urgestein der Club-Szene, immer noch aktuell und gefragt. Allein schon durch seinen eigenen Club in Frankfurt, das Cocoon. Er hat es geschafft, über Jahre die Massen zu begeistern und das mit seiner individuellen nicht-kommerziellen Art, Musik zu leben", sagt Oliver Kleih, der mit seiner Frau und seinem zweijährigen Sohn in Haslach lebt.

Kleihs DJ-Karriere ging untypisch und spät los ohne die Reihenfolge: Kinderzimmer-Kinderdisco-Schuldisco-Kellerpartys. Erst mit etwa 24 Jahren. Kleih begann 1996 im ehemaligen "Freddy & Pos" am Sindelfinger Wettbachplatz. "Damals noch ohne richtig zu mixen, nur mit einem CDPlayer." Schnell wurde er bekannter und landete im Frickenhausener Club "Skylab", wo er auch sein Musikprofil schärfte. "Angefangen habe ich ursprünglich mit Trance und Techno. 2000 aber hat sich dann doch die Leidenschaft für die HouseMusik herauskristallisiert. Wobei man House aber nicht wirklich definieren kann, weil die elektronische Musik immer mehr verschmilzt und mittlerweile auch mehr Elemente aus Elektro und Techno mit einfließen." Weitere Stationen waren der Heilbronner "Ti-Club" und schließlich der House-Club "N-Pir" in Stuttgart-Feuerbach. Dort legt er als "Resident" regelmäßig seine "Pumpin House Music", wie er es nennt, auf.

Sein DJ-Image ist das des "seriösen DJs". "Ich habe nichts mit Drogen zu tun und bin auch immer korrekt angezogen, denn Kleider machen Leute", so der geborene Böblinger, der über 5 000 Platten besitzt und sich gerade wegen der Schlepperei ein Computerprogramm zugelegt hat, das mit Laptop und einer Art Vinylplatte funktioniert.

Wie fast jeder DJ hat auch er eine Lieblingsanekdote, sie spielt in Göppingen im "Club Rouge", wo er regelmäßig auflegt. "Es war kurz vor dem Jahreswechsel und bitter kalt. Mein letztes von sechs sehr erfolgreichen Dates stand an. Beim Losfahren in Herrenberg dachte ich schon, dass es entweder ein sehr ruhiger Abend werden würde oder ich gar nicht ankommen werde, weil so viel Schnee auf den Straßen lag. Im Club angekommen, traute ich meinen Augen nicht. Da waren doch tatsächlich weit über 1 000 Gäste, teilweise mit dem Taxi gefahren oder die letzten Meter zu Fuß den Berg hinaufgelaufen um mit mir zu feiern. Aber solche Gänsehaut-Erlebnisse sind Balsam für die Seele und tun einfach nur gut!", erzählt er stolz.

Doch Oliver Kleih kennt als erfahrener DJ auch die Schattenseiten der Zeit. "Ich habe mit "Discount-DJs" zu kämpfen, die die Preise drücken. Bei den Clubbesitzern herrscht die Meinung "Geiz ist geil", so Kleih. Außerdem drückt das "Bar-Hopping", der häufige Wechsel des Lokals, auf der Theodor-Heuss-Straße in Stuttgart, der Partymeile in der Innenstadt. "Wenn die Leute nur für einen Drink bleiben und dann wieder gehen, dann kommt keine Stimmung auf", so der DJ. Außerdem regt er bei den Veranstaltern an, dass sie mehr in Dekoration investieren sollten. "Da könnte man mehr machen, um dem Motto gerecht zu werden."

Seinen schönsten Auftritt hatte er im Sommer 2004 in Griechenland auf Korfu. "Das war richtig geil, die Clubs da sind viel moderner als hier", schwärmt er.
Ohnehin zieht es ihn in den Süden, auf der Partyinsel Ibiza möchte er gerne auflegen. "Das ist das DJ-Mekka schlechthin." Außerdem will er eine eigene Single produzieren. Doch momentan setzt er andere Prioritäten, denn sein Hauptberuf und seine Familie stehen im Vordergrund. Kleih: "Ich versuche zurzeit etwas kürzer zu treten und nur Bookings anzunehmen, die qualitativ etwas hermachen. Job und Familie gehen gerade vor."

 

1.2.07 18:23





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